Hejnice - Pfarr- und Wallfahrtskirche der Heimsuchung Mariens

Der Wallfahrtsort Hejnice befindet sich in Nordböhmen, unweit der tschechischen Grenze zu Polen und zu Deutschland. In einem Isergebirgstal gelegen, wird der Ort oft  als „Böhmisches Mariazell“ apostrophiert. Bei der Kirche handelt es sich um eine Saalkirche mit Seitenkapellen, ihr Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes. Auf dem Hauptaltar befindet sich eine Marien-Statuette aus den 80er Jahren des 14. Jahrhunderts. Die 39 Zentimeter große, aus Lindenholz gearbeitete Stattuette wird „Mater formosa“ (Holde Mutter) genannt. Sie hält an ihrer linken Hand das Jesuskind, in der rechten Hand einen Apfel. - Im Jahre 1989 wurde an der hiesigen Kirche das Internationale Zentrum geistiger Erneuerung gegründet, seitdem findet in Hejnice alljährlich die „Wallfahrt der Versöhnung“ statt. Nicht nur die tschechischen, sondern auch deutschen und polnischen Christen, die hier zusammenkommen, werden sich immer wieder der Tatsache bewusst, dass trotz der sprachlichen Unterschiede ein gemeinsamer Weg gefunden werden kann.

Der Wallfahrtsort Hejnice befindet sich in Nordböhmen unweit der tschechischen Grenze zu Polen und zu Deutschland. In einem Isergebirgstal gelegen, wird er oft als „Böhmisches Mariazell“ apostrophiert. Einer Legende zufolge hat in der Gegend einst ein armer Handwerker gelebt. Eines Tages musste der Mann seine kranke Frau und sein kleines Töchterchen zu Hause zurücklassen, um Holz, das er für seine Arbeit brauchte, zu besorgen. Er machte, was notwendig war, und als er sich auf den Heimweg begeben wollte, wurde er von plötzlicher Müdigkeit überfallen. Er legte sich für ein Weilchen unter einem alten Lindenbaum hin und schlief ein. Im Traum sah er den alten Baum, der nun von einem starken Licht beleuchtet war und in dessen Baumkrone zwei Engel saßen. Sie sprachen zu ihm: „Du befindest dich an einem wunderschönen Ort, an dem der Herrgott Gefallen fand. Geh und bringe eine kleine Statue der Jungfrau Maria hierher, damit jeder, der in Zukunft an dieser Stelle vorbei geht, stehen bleibe und Gott danke.“ Als der Mann wieder wach wurde, zögerte er keinen Augenblick und beschloss, unverzüglich in die nächstgelegene Stadt zu gehen, um dort eine Statuette zu erwerben und auf diese Weise das zu erfüllen, was ihm die Engel im Traum befohlen hatten. Bei einem Holzschnitzer in Zittau kaufte er eine kleine Marienstatue und befestigte sie sodann an jenem Lindenbaum, unter dem er eingeschlafen war. Später brachte er seine Frau und seine kleine Tochter hierher, denn er wollte zusammen mit ihnen unter dem alten Lindenbaum beten. Da geschah ein Wunder, und seine Frau wurde wieder gesund. Die Nachricht von der wunderbaren Heilung verbreitete sich mit Windeseile. Unter dem Lindenbaum kamen bald Pilger aus der weiten Umgebung zusammen, und als die alte Linde später gefällt werden musste, errichtete man an ihrer Stelle eine kleine Holzkapelle, deren Tür der Zimmermann mit der Jahreszahl ihrer Errichtung, 1211, versah.

Im Laufe der Zeit wurde die Kapelle jedoch zu klein, um die vielen Pilger aufzunehmen, die hierherkamen. Im Jahre 1472 baute man aus diesem Grunde die Kapelle zu einer im gotischen Stil gehaltenen Kirche um. Am Ende des 17. Jahrhunderts ließ Franz Ferdinand Graf Gallas an der Kirche ein Kloster des Franziskanerordens errichten. Die heutige Wallfahrtskirche der Heimsuchung Mariens entstand in den Jahren 1722-1729. Dem Bau lagen die Pläne des Baumeisters Thomas Haffenecker zugrunde, nach denen die Kirche als eine einschiffige Hallenkirche mit mehreren Seitenkapellen konzipiert wurde. Der Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes, den Altar schmückt ein Gnadenbild der Jungfrau Maria. Es handelt sich um eine in den 80er Jahren des 14. Jahrhunderts aus Lindenholz gearbeitete 39 Zentimeter große Statuette, die bald wegen ihrer Schönheit „Mater formosa“ (Holde Mutter) genannt wurde. An der linken Hand hält die Madonna das Jesuskind, in der rechten einen Apfel. - In den nachfolgenden Jahrhunderten teilten sowohl die Kirche als auch das Kloster von Hejnice jenes dramatische Schicksal, das der hiesigen Bevölkerung wie auch der des ganzen Landes beschieden war: Im Jahre 1939 wurde die tschechische Bevölkerung ausgesiedelt und musste ins Binnenland flüchten, im Jahre 1945 kam die Aussiedlung der deutschen Bewohner. Im Februar 1948 wurden Ordensschwestern mehrerer Ordensgemeinschaften und Kongregationen in Hejnice interniert. - Nach der Wende im Jahre 1989 rief man in Hejnice das Internationale Zentrum Geistiger Erneuerung ins Leben, seit jener Zeit findet in Hejnice alljährlich die „Wallfahrt der Versöhnung“ statt. In der Marienkirche kommen Gläubige aus Tschechien, Deutschland und Polen zusammen, um sich aufs Neue zu vergegenwärtigen, dass es trotz der bestehenden Sprachunterschiede möglich ist, einen gemeinsamen Weg zu finden.


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