Ein berühmter Wallfahrtsort

Der Hügel Svatý Kopeček

Wenn Sie auf dem Hügel Svatý Kopeček stehen und auf die Stadt und das Schloss hinunter blicken, fragen Sie sich vielleicht, warum das Schloss eigentlich auf einem niedrigeren Hügel errichtet wurde, wo es doch die ganze Region schützen sollte.

Dieses Rätsel ist bis heute ungelöst. Ebenso geheimnisvoll ist die Vergangenheit dieses Ortes sowie der Ursprung seines Namens. Ursprünglich hieß der Hügel Tanzberg. Angeblich deshalb, weil dort Tanzrituale und heidnische Traditionen stattfanden.  Anderen Legenden wiederum besagen, dass hier zur Walpurgisnacht Hexen tanzten.

Wie dem auch sei, Kardinal Franz Seraph von Dietrichstein ist die Namensänderung zu verdanken. Nach einer überstandenen Pestepidemie im Jahr 1622 wollte er Gott seinen Dank aussprechen und ließ einen Kreuzweg zum Hügel sowie die St. Sebastian-Kapelle errichten. Dadurch wollte er möglicherweise auch die Erinnerung an die einstigen heidnischen Gebräuche auslöschen.  Neben dem Kapuzinerkloster ließ er eine Loretokapelle in Mikulov bauen. Es handelt sich hierbei um eine Kopie der italienischen Santa Casa. Über der Santa Casa ließ er 1750 die Hl.-Anna-Kirche bauen. Bemerkenswert ist die hier untergebrachte Statue der Schwarzen Madonna, die Legenden zufolge wundertätig ist und Krankheiten heilt. Die Legenden verbreiteten sich sehr schnell und führten viele Pilger in der Hoffnung auf eine rasche Heilung nach Mikulov. Daher baute man mehrere Pilgerhäuser in der Stadt und legte einen Opferstock bereit.

Die Gruft der Dietrichstein
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Bilder: Der Heilige Berg bei Mikulov (© Lubomír Stiburek), Wallfahrt auf den Heiligen Berg bei Mikulov (© město Mikulov)

 

Der Berg Svatý Kopeček ist aus zweierlei Gründen ein magischer Ort: Zum Einen wegen der herrlichen Umgebung, die unter Naturschutz steht, da dort seltene Pflanzen und Tierarten zu sehen sind, und zum anderen wegen der sakralen Architektur, auf die man von oben eine wunderschöne Aussicht hat. Vielleicht werden auch Sie, wie die meisten Besucher dieses Ortes, hier oben ein Gefühl von innerer Ruhe und Einkehr empfinden. Am ersten Sonntag im September wird der Berg mit Leben erfüllt, denn an dem Tag findet die traditionelle Marienwallfahrt (Mariánská pout) statt. Manche Pilger tragen an diesem Tag Trachten und man geht gemeinsam  den ältesten Kreuzweg Tschechiens, um der Messe bei der Kapelle des Hl. Sebastian beizuwohnen. Bei der Gelegenheit wird auch eine Kopie der Schwarzen Madonna auf den Berg getragen. Diese Tradition stammt aus dem Jahr 1865 und wurde lediglich einmal, während des Zweiten Weltkriegs, unterbrochen.

Die Schwarze Madonna
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Mikulov

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