Velká Lhota - Evangelisches Toleranz-Areal

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Die Gemeinde Velká Lhota kann sich einer absoluten Rarität rühmen - direkt einander gegenüber stehen hier zwei evangelische Kirchen mit Kelchen auf den Türmen, und beide Kirchen gehören seit dem Jahr 1918 einer einzigen evangelischen Kommunität - der Tschechischen evangelischen Bruderkirche, die durch eine Verbindung der lutherischen und der reformierten Kirche entstanden ist. Die tschechischen Protestanten lebten bis zum Jahre 1781, in dem Kaiser Josef II. das Toleranzpatent erließ, in Illegalität. Dank des Toleranzpatentes waren von da an außer der katholischen auch andere Konfessionen zugelassen, von den evangelischen waren es die lutherische und die reformierte Konfession. Da das Patent jedoch nicht öffentlich proklamiert worden war und die Protestanten aus Velká Lhota automatisch als Angehörige der lutherischen Konfession eingetragen wurden, war in der Gemeinde zunächst nur die lutherische Kirche zugelassen. Von der Möglichkeit, der reformierten Konfession angehören zu dürfen, erfuhren die Bürger von Velká Lhota erst im Jahre 1787, woraufhin der größere Teil der Kommunität sich zur reformierten Konfession bekannte. Die übriggebliebene Minderheit fürchtete jedoch neue Verhandlungen mit unsicherem Ausgang, und so blieb sie lieber in der schon existierenden lutherischen Kirche. So geschah es, dass in einer einzigen Gemeinde in enger Nachbarschaft seit mehr als 130 Jahren zwei evangelische Kirchen stehen. In ihrem Areal befindet sich die Gedenkstätte der tschechischen Reformationsbewegung.