Broumov - Benediktinerkloster

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Das dem hl. Adalbert geweihte Benediktinerkloster von Broumov wurde an der Stelle einer befestigten gotischen Burg gegründet. Das heutige Aussehen des Klosterareals geht auf einen Umbau zurück, der unter der Leitung des Architekten Kilian Ignaz Dientzenhofer in den Jahren 1728-1733 verlief und im Hochbarock gehalten war. Der Prager Barockbaumeister nahm sich darüber hinaus auch der Gestaltung der Kloster-Innenräume - der Prälatur, des Refektoriums und der Bibliothek - an. - Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten die Broumover Benediktiner ihr Kloster verlassen, im Jahre 1950 wurden Priester und Mönche verschiedener kirchlicher Ordensgemeinschaften nach Broumov gebracht und in den ehemaligen Klostergebäuden in Haft gehalten. Das schöne Barockkloster wandelte sich für viele Jahre in eines der vielen Gefängnisse, die das kommunistische Regime in unserem Lande zu diesem Zweck eingerichtet hatte. Seit 1990 befinden sich die Klosterobjekte aufs Neue im Besitz des Benediktinerordens, und es wird damit gerechnet, dass dort in Zukunft Ordensschwestern des Benediktinerordens wirken werden. - Bei einer Besichtigung des Klosters kann man sich u. a. eine wertvolle Replik des Turiner Leichentuchs ansehen. Der böhmische König Przemysl Ottokar II. schenkte im Jahre 1213 den nördlichen Ausläufer des böhmischen Territoriums im Umfeld der Stadt Broumov den in Břevnov bei Prag niedergelassenen Benediktinermönchen. Nach 1322 wurde in Broumov eine Benediktiner-Probstei gegründet, an der Stelle einer befestigten gotischen Burg wurde mit dem Aufbau eines Benediktinerklosters begonnen. Die erste Klosterkirche, die wie die heutige dem hl. Adalbert geweiht wurde, war im gotischen Stil gehalten. Während der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert erlebte das Kloster Broumov mehrere Belagerungen. Seine festen Mauern haben sich vorzüglich bewährt, und die Klosterobjekte wurden nie erobert. - Ihr heutiges Aussehen geht auf einen Umbau im hochbarocken Stil zurück, der die Zeitspanne 1728-1733 in Anspruch nahm und nach Plänen des bedeutenden Prager Barockbaumeisters Architekten Kilian Ignaz Dientzenhofer ausgeführt wurde. Dientzenhofer hatte außerdem auch die künstlerische Gestaltung der Innenräume des Klosters - der Prälatur, des Refektoriums und der Bibliothek - übernommen. Realisiert wurden seine Entwürfe von den führenden Malern und Bildhauern des Prager Barocks: Jan Jakob Steinfels schmückte die Abteikirche des hl. Adalbert mit Fresken aus dem Leben des hl. Adalbert aus, Wenzel Lorenz Reiner schuf die Altarbilder, und Wenzel Matthias Jäckel stattete die Abteikirche mit Skulpturen aus. - Von großer Bedeutung war schon in der vorhussitischen Zeit das Broumover Klostergymnasium gewesen: Zu seinen Schülern zählte der erste Prager Erzbischof Ernst von Pardubice, später waren unter anderen der Priester und Patriot Bohuslav Balbín und der Schriftsteller Alois Jirásek Klosterschüler in Broumov. Nachdem die meisten deutschen Mönche nach Ende des Zweiten Weltkrieges das Land verlassen mussten, ließen sie sich im bayerischen Rohr nieder. Auch ihre übriggebliebenen Ordensbrüder wurden des Klosters verwiesen, von 1950 an musste das Broumover Kloster als Konzentrationslager für Priester und Mönche verschiedener Ordensgemeinschaften dienen. So gehörte das Kloster fortan zu den vielen Haftanstalten, die vom kommunistischen Regime in unserem Lande zu diesem Zweck eingerichtet wurden. Im Jahre 1990 wurde das Kloster dem Benediktinerorden zurück erstattet. Dank dieser Tatsache können in der Tschechischen Republik aufs Neue Mönche des Benediktinerordens leben und wirken, allerdings nicht in Broumov, sondern in ihrem Hauptkloster in Prag-Břevnov, in dem sich eine annähernd zwanzigköpfige Ordensgemeinschaft konstituiert hat.

 Das Kloster von Broumov soll in Zukunft Ordensschwestern des Benediktinerordens aufnehmen. Heute ist das Broumover Klosterareal der Öffentlichkeit zugänglich; die Besucher können während einer Klosterführung unter anderem eine aus dem Jahre 1651 stammende einzigartige Replik des Turiner Leichentuchs sowie auch die sogenannten Mumien von Vamberk besichtigen. Bei den Mumien handelt es sich um die sterblichen Überreste der Priester, Organisten, Bürger und anderer bedeutenden Persönlichkeiten, die einst in der Stadt Vamberk lebten und nach ihrem Tod in den unterirdischen Räumen des Klosters beigesetzt wurden. Während der Führung kann man sich auch mit der Klosterkirche, einschließlich der Sakristei und des Refektoriums, vertraut machen. Die Sakristei ist mit wertvollten intarsierten Möbeln eingerichtet, im Refektorium sind Messgewänder ausgestellt, unter denen sich zum Beispiel ein von echten böhmischen Granaten geschmücktes Messgewand befindet. Das Kloster beherbergt ferner eine wertvolle Bibliothek mit annähernd 17 000 Bändern, eine Exposition alter Drucke, insbesondere Bibeln, und eine Galerie mit Porträtdarstellungen der Äbte, darunter Gemälde von Peter Brandl und Johann Peter Molitor.