Lage:
Der Nationalpark České Švýcarsko (Böhmische Schweiz) schließt den wertvollsten Teil der Felsenformation Labské pískovce (Elbsandsteingebirge), das Felsengebiet Jetřichovské stěny sowie das Randgebiet der Děčínské stěny ein. Im Süden und Nordosten wird der Nationalpark Böhmische Schweiz vom Landschaftsschutzgebiet Labské pískovce (Elbsandsteingebirge) umrandet, im Osten geht er ins Landschaftsschutzgebiet Lužické hory (Lausitzer Gebnrge) über.
Fläche:
Nationalpark: 79 Quadratkilometer
Geschichte:
Die Böhmisch-Sächsische Schweiz zählt zu den traditionellen, überregional bekannten touristischen Gebieten Mitteleuropas. Die Geschichte dieses beliebten Wander- und Feriengebietes reicht bis in die Zeit des europäischen Romantismus zurück, in der das attraktive Gebiet von den schweizerischen und deutschen Malern „entdeckt“ wurde. Die ersten Bemühungen, die Sächsische Schweiz großflächig unter Naturschutz zu stellen, konnten bereits im Jahre 1928 verzeichnet werden. Der Nationalpark České Švýcarsko (Böhmische Schweiz) wurde am 1. Januar 2000 als der vierte Nationalpark der Tschechischen Republik konstituiert. Sein Gebiet geht in das Gebiet des im Jahre 1990 gegründten deutschen Nationaparks Sächsische Schweiz über.
Natur:
Der Nationalpark České Švýcarsko (Böhmische Schweiz) - eine einmalige großräumige Sandsteinformation - bildet den Bestandteil eines größeren Naturkomplexes, des Elbsandsteingebirges. Die quaderförmigen Sandsteingebilde der Jetřichovské stěny werden häufig von freigelegten Basaltgesteinen begleitet; als geologisch interessant gilt auch der vereinzelt auftretende jurassische Kalkstein im Umfeld des Weißen Baches (Bílý potok). Die biologische Differenziertheit dieses Gebietes wird von dem hiesigen Relief gesteigert, welches zusammen mit den beiden Flüssen Kamenice und Křenice zur Herausbildung spezifischer klimatischer Verhältnisse beiträgt.
In den tiefen Schluchten und Canons des Gebietes entsteht dank der herabfließen Kaltluft klimatische Inversion. Deshalb sind in nassen Klüften in der Meereshöhe von nur annähernd 150 Metern Vegetationstypen anzutreffen, die ansonsten nur im Hochland bzw. Mittelgebirge vorkommen. Der Naturkomplex der Böhmischen und der Sächsischen Schweiz hat bezüglich seiner Ausdehnung und gegenwärtigen minimalen Besiedlungsdichte in ganz Europa nicht seinesgleichen
Besondere Naturerscheinungen und interessante Lokalitäten:
Nationales Naturdenkmal Pravčická brána - eine Felsenbrücke, die Canons des Flusses Kamenice Tichá soutěska und Divoká soutěska, das Felsengebiet Jetřichovické skály, die Felsenburgen (z. B. Šaunštejn, Falkenštejn), das Tal Kyjovské údolí mit seiner Fortsetzung - dem Canon des Flusses Křinice, der 619 m ü. d. M. hohe Berg Růžák mit urwaldähnlichen Ökosystemen u. a.
Wichtige Touristenzentren:
Im Gebiet des Nationalparks befindet sich nur ein einziges Dorf, Mezná (ein Ortsteil von Hřensko), dort sind wertvolle Denkmäler ländlicher Baukunst, z. B. ein Haus mit Umgebinde, erhalten geblieben. Das Hotel Mezní Louka ist als Ausgangspunkt für Touren zur Felsenbrücke Pravčicka brána und in die Canons bekannt geworden.


