Das Reisen auf dem Wasserweg kann bestimmt als angenehm aufregende Form des Wanderns und Kennenlernens der Natur und Kultur eines Landes betrachtet werden. Fährt man die tschechischen Flüsse hinunter, so kann man sich darauf verlassen, dass man zusätzlich zur Natur auch Gebiete zu Gesicht bekommt, die reich an kulturellen und historischen Denkmälern sind und von denen sich viele in unmittelbarer Nähe der Wasserläufe befinden. Die Tschechische Eisenbahngesellschaft České dráhy bietet in der Sommersaison die Beförderung von Sportgeräten und Sportausrüstung aus allen Ortschaften der Tschechischen Republik in das Gebiet der Lipno-Talsperre und ins Umfeld des Flusses Lužnice an. In diesem Falle handelt es sich um die „Moldau-Linien“. Eine spezielle Zuggarnitur der „Sázava-Linie“ wiederum sorgt für den Transport Ihres Bootes von Prag aus bis in das beliebte Feriengebiet an der Sázava. Wir empfehlen: www.cdrail.cz.
Beliebte Wasserrouten:
Moldau:
Lenora - Nová Pec, Vyšší Brod – České Budějovice
Insbesondere der Oberlauf der Moldau bietet eine schöne Route an, die vom Wasserpegel eher unbedroht ist. Von einem Boot aus erlebt man den interessanten Übergang von der malerischen Böhmerwald-Landschaft in das südböhmische Becken im Umfeld von Třeboň - eine Gegend mit vielen verträumten Teichen und zugleich UNESCO-Biosphärenreservat - ganz anders als wenn man mit einem anderen Verkehrsmittel unterwegs ist. Und nebenbei bemerkt: Wenn man schon von den Teichen spricht, sollte man sich der Tatsache bewusst werden, dass menschliches Einwirken auf die ursprünglichen Naturbedingungen auch durchaus positiv sein kann. – Ganz in der Nähe der Teiche befinden sich bedeutende Baudenkmäler wie zum Beispiel das Zisterzienserkloster Zlatá Koruna, die Burgruine Dívčí Kámen, das Schloss Hluboká und die Burgen Orlík und Zvíkov.
Lužnice:
Suchdol–Veselí nad Lužnicí, Tábor–Bechyně
Diese Route führt durch Niederungen mit bewaldeten Abschnitten, die Lužnice bahnt sich gemächlich den Weg durch die malerische südböhmische Landschaft.
Otava:
Sušice–Písek
Eine romantische Strecke mit höheren Ansprüchen. Das bewaldete Tal der Otava hat sich tief in die hügelige Landschaft um Tábor eingeschnitten. An den Ufern des einst goldführenden Flusses kann man bis heute Spuren einstiger Goldwäschen ermitteln.
Eger:
Loket–Stráž nad Ohří
Es handelt sich um eine markierte Wasserstrecke, ab Karlsbad wird die Eger als Wildwasser bezeichnet. Der beliebteste Abschnitt der Route beginnt bei Kynšperk nad Ohří.
Berounka:
Plzeň–Karlšejn
Die Berounka bahnt sich in ihrer gesamten Länge energisch den Weg durch die felsigen und bewaldeten Abschnitte der beiden Landschaftsschutzgebiete Křivoklátsko (im Umfeld der historischen Burg Křivoklát) und Český kras (Böhmischer Karst). Sie drosselt ihr Tempo erst im Prager Becken, kurz vor der Mündung in die Moldau.
Sázava:
Vilémovice-Pikovice
Tief eingeschnittene romantische Flussabschnitte wechseln sich mit breiten, offenen Tälern ab - eine Tatsache, die bunte und dramatische Erlebnisse verspricht.
March:
Hanušovice-Olomouc
Ein Fluss mit vielen Nebenflüssen, die March, bildet auf ihrem Weg durch die mährischen Auenwälder mit dem für sie typischen Pflanzen- und Tierreichtum, viele Mäander. Besonders ausgeprägtes Merkmal dieser Landschaft sind die vielen Wasservögel, die hier leben. Der schönste Teil der Strecke, der Abschnitt zwischen Mohelnice und Olomouc, führt durch das Landschaftsschutzgebiet Litovelské Pomoraví.
Eine neu erschlossene Wasserroute der March ist der Baťa-Kanal. Er führt zum Teil durch das Flussbett der March, zum Teil durch einen künstlichen Kanal, gilt als betont ökologische Attraktion der Mährischen Slowakei und bietet eine angenehme Schiff-Fahrt in Verbindung mit einem Besuch der zahlreichen hiesigen Kulturdenkmäler, eventuell mit einer Fußwanderung oder Radtour in die wunderschönen Weißen Karpaten an. Nicht zu unterschätzen sind allerdings Verkostungen der hochwertigen mährischen Weine.
Die Flüsse Otava, Jizera und Kamenice bieten bei Wildwasser im Frühjahr die Möglichkeit, Rafting zu betreiben.





