Seen im Böhmerwald

Böhmerwald – der See Černé jezero
3. 5. 2013

Teuflisch schöne Seen

Schimmernde Wasseroberflächen, unergründbare Tiefe und angenehme Stille ... Die beiden Seen Černé jezero (Schwarzer See) und Čertovo jezero (Teufelssee) werden mit Sicherheit einen Eindruck hinterlassen. Sie liegen versteckt im Wald und müssen erst entdeckt werden – was sie zu etwas ganz Besonderem macht. Man kann hier nämlich nicht mit dem Auto hinfahren, sondern muss jeden einzelnen Höhenmeter hinaufkraxeln. Aber es lohnt sich! Sobald Sie die beiden ruhig vor sich hin schimmernden Seen entdecken, werden alle Strapazen vergessen sein ...

Die Seen des Böhmerwalds sind das absolute Highlight dieser Gegend und erwarten Sie in einer Höhe von über 1.000 Metern. Die größten und beliebtesten sind die beiden Seen Černé jezero und Čertovo jezero. Zum See Černé jezero führt von Špičácké sedlo, dem Sattel des Berges Špičák (Spitzberg) ein schöner, gelb markierter Wanderweg.

Die geheimnisvolle Tiefe und dunkle Farbe des Černé jezero

Der See Černé jezero bricht gleich mehrere Rekorde zugleich: er ist der größte See des Böhmerwalds und Tschechiens; außerdem ist er der tiefste See des Böhmerwalds und ist von allen Seen im tschechischen Teil des Böhmerwalds am niedrigsten gelegen. Warum aber heißt er Schwarzer See (Černé jezero)? Die schwarze Farbe entsteht durch die sich im Wasser spiegelnden dunklen Wälder. Vom Černé jezero führt ein rot markierter Wanderweg zum Čertovo jezero. Er führt an Baumstümpfen und Wurzeln vorbei bis zur Weggabelung am Bach Jezerní potok (Seebach). Von hier ist der Čertovo jezero nur noch einen Steinwurf entfernt.

Ein teuflischer See?

Zwar ist der Čertovo jezero sicherlich der am schwersten zugängliche Böhmerwaldsee, aber zweifellos auch der schönste. Der Legende nach erhielt er seinen Namen deshalb, weil hier angeblich der Teufel beim Versuch ertrank, ein Mädchen in die Hölle zu ziehen – dabei riss er ein riesiges Loch in die Erde, das zum See wurde. Der Versuch misslang jedoch, weil ihn das Mädchen überlistete und ihm einen Stein an den Schwanz band, weshalb der Teufel ertrank. Noch heute leben im See angeblich sonderbare Wesen und Gnome.

Der schönste Blick auf den Böhmerwald

Die Seen des Böhmerwalds sind ein hervorragendes Beispiel dessen, was die Natur über Jahrtausende erschaffen kann. Besonders beeindruckend ist auch der Kubany-Urwald (Boubínský prales) mit seinen fast 400 Jahre alten Bäumen. Und wer gern wilde, ungestüme Natur mag, dem wird die Gegend am Zusammenfluss von Vydra und Křemelná (Kieslingbach) besonders gut gefallen. Einst befand sich hier das Wassersägewerk Čeňkova pila. Beim Spaziergang am Fluss Vydra entlang denkt man wegen der vielen riesigen Felsblöcke unweigerlich an wilde Alpenflüsse. Und falls Sie auf den Geschmack gekommen sind, empfehlen wir einen Ausflug zum Gletschersee Prášilské jezero (Stubenbacher See). Die schönste Aussicht auf den See und den Böhmerwald hat man vom beinahe höchsten Aussichtsturm Tschechiens: vom Poledník (Mittagsberg).

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