Prag lebt durch den Jugendstil

Municipal House
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27. 8. 2013

Versetzen Sie sich in eine Zeit, die im tschechischen Kulturbewusstsein ein Kapitel wie keine andere Epoche darstellt.

Werfen Sie einen Blick hinter den geheimnisvollen Schleier, der den ungestümen Jugendstil (auch Sezession genannt)  verbirgt! Sie entdecken eine Zeit voller epochaler Entdeckungen, des technischen Fortschritts und der Entstehung der modernen Gesellschaft. In diesem Jahr erwartet Tschechien ein interessantes Phänomen, einige Galerien und Museen bieten nämlich Top-Ausstellungen an, die ein gemeinsames Thema haben – und zwar den Jugendstil (Sedession). Das Jahr 2013 könnte man daher für Kunstliebhaber mit ein wenig Übertreibung als das Jugendstiljahr bezeichnen.

Muchas Inspiration

Der wahrscheinlich bekannteste tschechische Jugendstilkünstler ist zweifelsohne Alfons Mucha (1860 – 1939). Er war nicht nur auf dem derzeitigen tschechischen Gebiet, sondern auch in Wien, Paris und den USA tätig. Weltbekannt wurde er insbesondere dank seiner Plakate, auf denen die überirdisch schöne französische Schauspielerin Sarah Bernhardt dargestellt wird. Die Kopien seiner Zeichnungen, Bilder und Dekorationen sind bis heute untrennbarer Bestandteil vieler Haushalte. Ivan Lendl, der bekannte, aus Tschechien stammende Tennisspieler und Bewunderer von Alfons Mucha, beschloss nach dem Ende seiner Profikarriere in Zusammenarbeit mit Muchas Sohn Jiří eine komplexe Sammlung der bekanntesten Plakate aufzubauen. Die Sammlung kann man nun erstmals in der Geschichte bis Ende Juli im Gemeindehaus in Prag bewundern. Man behauptet, Mucha hätte in seinem Leben insgesamt 154 Plakate gezeichnet, auf der Ausstellung kann man insgesamt 151 Originale bewundern. Wenn Sie also die Genialität von Muchas Werken mit eigenen Augen sehen möchten, hier haben Sie eine einmalige Gelegenheit.

Europäischer und tschechischer Jugendstil

Sollten Sie keine Möglichkeit haben, bis Ende Juli nach Prag zu kommen, keine Panik. Das Gemeindehaus – eine Perle der späten Sezessionsarchitektur – öffnet seine Ausstellungsräume erneut am 1. November. Die durch das Kunstgewerbemuseum organisierte Langzeitausstellung Europäischer und tschechischer Jugendstil ist Bestandteil einer Reihe zusammenfassender Zeitraffer-Ausstellungen. Das Thema sind die Werke aus der Zeit um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere die angewandte Kunst. Als zeitlicher Rahmen der Ausstellung gelten die Jahre 1890 bis 1914, in dieser Zeit wurde auch das Gemeindehaus selbst errichtet. Man kann somit nicht nur die Schönheit der Ausstellungsgegenstände, sondern auch die perfekt erhaltenen zeitgemäßen Innenräume bewundern. Leitfaden der Ausstellung ist die Entwicklung der Gesellschaft und des Lebensstils mit, auf die Bereich Philosophie, Soziologie und Naturwissenschaften übergreifenden Elementen. Während der dreijährigen Dauer der Ausstellung werden die Exponate häufiger gewechselt, daher laden wir Sie herzlich ein, die Ausstellung öfter zu besuchen.

Slawisches Epos

Alfons Mucha widmete fast 15 Jahre seines Lebens der Arbeit an zwanzig großflächigen Leinwandgemälden mit der Bezeichnung Slawisches Epos, dabei wurde von ihm die Geschichte des tschechischen sowie der anderen slawischen Völker zusammengefasst. Das ganze Werk ist einfach monumental. Die meisten Bilder sind 6 x 4 Meter groß und daher findet man in Prag nur sehr schwer einen Platz, wo man sie alle auf einmal ausstellen könnte. Seit 2012 kann man sie endlich in der Aula des Messepalais, das zur Nationalgalerie gehört, bewundern.

Jugendstil en plain air

Auch in Prag selbst gibt es viele Bauwerke, die als die besten Beispiele der Jugendstilarchitektur  gelten. Falls Sie also die frische Luft bevorzugen, sollten von Ihnen bestimmt nicht das Gemeindehaus, die Häuser in der Pariser Straße (Pařížská), die Bílek-Villa sowie das Grand Hotel Evropa auf dem Wenzelsplatz ausgelassen werden. Möchten Sie ein Stück Jugendstil mit nach Hause nehmen? Kein Problem! Moser, die Glasmacherfirma mit rund 150-jähriger Tradition, stellt bis heute einige Produkte her, deren Jugendstildesign  sich seit jener Zeit, als Mucha seine Bilder schuf, überhaupt nicht verändert hat.

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