Urwälder Žofínský prales und Hojná voda

28. 1. 2014

Die ältesten Naturreservate in Europa suchen Sie im Südböhmen in Novohradské hory (Glatzener Bergland)!

Der Urwald Boubínský prales im Böhmerwald ist vielleicht berühmter, jedoch nicht der älteste. Das älteste Naturreservat in Tschechien sowie in Mitteleuropa liegt nämlich im Glatzener Bergland unweit der tschechisch-österreichischen Grenze. Es handelt sich um das Naturreservat Žofínský prales und das Nationalnaturdenkmal Hojná voda.

Die ältesten europäischen Schutzurwälder

Das erste europäische Naturreservat, die Urwälder Hojná voda und Žofínský prales, wurden bereits 1838 erklärt. Um ihre Anlegung machte sich der Besitzer der Herrschaft Nové Hrady, der Graf Georg Franz August Buquoy verdient. Der gelehrte Adelige hat einst eine Inspektionsreise in das Waldrevier um die Quellen des Flusses Lužnice unternommen und die dortigen unberührten Waldabschnitte haben ihn insoweit bezaubert, dass er mit einem Sondererlass vom 28. August 1838 in der Nähe der Siedlung Žofín ein Reservat Žofínský prales angelegt hat. Nur zwei Tage später erfolgte die Anlegung des Reservats im Urwald Hojná voda.

Mit dem Fahrrad oder zu Fuß?

Das Nationalnaturreservat Žofínský prales mit der Fläche von 100 ha erstreckt sich auf dem mäßigen Nordost-Hang des Berges Stříbrný vrch, südöstlich von der Siedlung Žofín in einer Höhe von 735–825 m über dem Meeresspiegel. Ähnlich wie der böhmerwaldische Boubín ist auch Žofínský prales umzäunt und Sie können ihn nur mit Begleitung oder aus dem befestigten Waldweg, welcher einen Teil der Umzäunung umrandet, besichtigen. Bis zu dem ehemaligen Jagdschlösschen Žofín mit der Pension und Restaurant können Sie mit dem Auto ankommen, weiter müssen Sie jedoch nur zu Fuß laufen oder mit dem Rad fahren, das mit Rücksicht auf die größere Entfernung und nicht zu anstrengendes Terrain geeigneter ist. Der Pfad um den Urwald Žofínský prales führt Sie zur ehemaligen Hütte Terčí huť, weiter können Sie zum Beispiel zur ehemaligen Siedlung Stříbrná Huť oder in den Böhmerwald.

Hojná voda

Kleiner, näher zur Zivilisation und zugänglicher ist das Nationalnaturdenkmal Hojná voda. Obwohl der offizielle Name kein Wort Urwald enthaltet und sein wildes Gepräge während der Weltkriegen, wann die stärksten Tannen für den Schiffsbau genutzt wurden, erlitten hat, auch hier entdecken Sie die Reste der uralten Buchenwälder mit Fichten, Tannen, Ulmen und Ahornen. Das Reservat mit der Fläche von 8,56 ha erstreckt sich auf dem Berghang Vysoká (1 034 m) und Sie kommen hierher einfach über die befestigten Waldpfade aus der Siedlung Hojná Voda. Der Urwald wird mit dem 3 km langen Lehrpfad umrahmt. Die Gedenktafel aus dem Jahre 1988, die in einen der Steine entlang des Pfades eingesetzt ist, erinnert an das 150 jährige Jubiläum der Reservaterklärung.

Favoriten