Třeboň

29. 4. 2013

Auch Peter Wok, ein gebildeter und charmanter Kunstliebhaber, starb kinderlos im Jahr 1611. Mit ihm starb das 400 Jahre alte Geschlecht der Rosenberger im Mannesstamm aus.

An ihre Bedeutung für Südböhmen erinnern heute vor allem die vielen Zuchtteiche, die zu einem Großteil zum Vermögen des Adelsgeschlechts beitrugen und der Landschaft einen besonderen Zauber verleihen.

Warum sich ein Besuch lohnt

Wilhelm von Rosenberg lud zwar über dreißig Alchemisten auf Burg Třeboň ein, darunter auch die berühmten Dr. John Dee und Edward Kelley, aber keiner von ihnen schaff te es, einen Zaubertrank zu brauen, der ihm einen Nachkommen beschert hätte. Er starb schließlich kinderlos und sein riesiges Herrschaftsgut, ebenso wie seine Schulden, erbte sein jüngerer Bruder Peter Wok von Rosenberg. Dieser verkaufte nach und nach einige der Familienbesitztümer, zog mit seinem gesamten Hofstaat auf Burg Třeboň um und ließ sie im Renaissancestil umbauen. Hier konnte er nun seine einzigartigen Archive und Sammlungen unterbringen, die sich im Hinblick auf ihren Umfang und ihre Kostbarkeit mit jenen von Kaiser Rudolf II. auf der Prager Burg messen konnten.

Die Renaissance-Gemächer der Herren von Rosenberg sowie die Stuben der Höfl inge und Hofdamen vermitteln einen Eindruck vom Leben auf den Burgen und Schlössern der damaligen Zeit. Man bekommt so zum Beispiel einen Einblick in die Kunst des vornehmen Speisens. In den Ferien kann man auch den Pferdestall, die Küche für die Hunde und die unterirdischen Kasematten, die später zu einem Weinkeller umfunktioniert wurden, besichtigen. Es bietet sich auch ein Spaziergang durch die prunkvoll ausgestatteten privaten Appartements der letzten Schlossbesitzer, der Schwarzenbergs, an.

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