Jüdisches Viertel in Třebíč

22. 7. 2013

Die Schätze des jüdischen Viertels in Třebíč

Zwei Synagogen, ein alter Friedhof und enge Gassen mit einer einzigartigen Atmosphäre – all das und noch viel mehr gibt es im jüdischen Viertel in Třebíč zu entdecken, das zu den am besten erhaltenen und größten Europas gehört. Wegen ihrer kulturellen und historischen Bedeutung wurden die Häuser des ehemaligen Ghettos zusammen mit dem jüdischen Friedhof und der St.-Prokop-Basilika in die UNESCO-Weltkulturerbeliste als erstes eigenständiges jüdisches Denkmal außerhalb Israels eingetragen.

Bereits seit dem 12. Jahrhundert lebten in Třebíč Juden und Christen über Generationen zusammen und schufen gemeinsam diese einzigartige Stadt. Bis heute sind unglaubliche 123 Häuser verschiedener Epochen und Stile erhalten.

Das Geheimnis des größten jüdischen Viertels

Die Juden in Třebíč durften nicht in den christlichen Teilen der Stadt leben. Deshalb siedelten sie sich am linken Ufer des Flusses Jihlava (Igel) an, wo das jüdische Viertel Zámostí entstand. Die Juden waren somit über lange Zeit von ihren christlichen Nachbarn räumlich getrennt. Während des Zweiten Weltkriegs kamen die meisten Juden der Stadt in Konzentrationslagern um und die jüdische Gemeinschaft von Třebíč hörte auf zu existieren. Heute stehen im jüdischen Viertel über hundert erhaltene Gebäude, zwei Synagogen, ein jüdisches Rathaus, das Haus des Rabbiners sowie das Armenhaus, eine Schule und ein Krankenhaus. Typisch für das Viertel sind die engen Gassen, die Durchgänge, Veranden und einer der größten jüdischen Friedhöfe Europas, auf dem wegen der über zweitausend übereinanderliegenden und sich überlappenden, mit Moos bedeckten Grabsteine eine besondere Atmosphäre herrscht. In der Hinteren Synagoge (Zadní synagoga) sind Wandmalereien zu sehen, sowie eine Ausstellung, die die Geschichte des jüdischen Viertels erläutert. Außerdem kann man entdecken, wie jüdische Familien leben und das Geheimnis der koscheren Gerichte erkunden.

Auch der christlich geprägte Teil der Stadt hat viel zu bieten.

Von Zámostí breitet sich die Innenstadt auf die andere Seite des Flusses aus. In der Innenstadt befindet sich der wunderschöne Karlsplatz (Karlovo náměstí) mit seinem unübersehbaren Renaissancehaus Malovaný dům mit Sgraffito-Verzierungen. Hier ist das Tourismusinformationszentrum untergebracht. Auf dem Gelände des Schlosses von Třebíč befindet sich die romanische St.-Prokop-Basilika mit einem herrlichen Säuleneingang und seinem halbrunden Portal, dem „Tor zum Paradies“ (Porta paradisi).

Und was bietet die Umgebung?

Unweit befindet sich eine der schönsten Städte Tschechiens: Telč (Teltsch) mit einem malerischen Marktplatz, der von Renaissancehäusern gesäumt ist. Der Marktplatz und das Schloss der Stadt wurden in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen. Es empfiehlt sich auch ein Ausflug nach Brünn.

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