Die St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite

Die St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite
19. 6. 2014

Die Essenz des vollkommenen Barocks in der St.-Nikolaus-Kirche

Wie die Prager Burg, die Türme der Karlsbrücke oder das Altstädter Rathaus ist auch die St.-Nikolaus-Kirche aus der Silhouette von Prag nicht wegzudenken. Sie gilt als eines der schönsten Barockbauwerke Europas und ist schon mehr als 300 Jahre Krone der Kleinseite und ein Ort, der täglich von Besuchern aus der ganzen Welt bewundert wird. Auch Sie werden ihrer barocken Herrlichkeit und ihrem Prunk unterliegen.

Den Bau eines der Wahrzeichen von Prag verdanken wir dem Jesuitenorden, der damals sein großartigstes Bauwerk in Böhmen errichten wollte. Dafür beauftragten Sie den genialen Barockbaumeister Christoph Dientzenhofer. Nach seinem Tode setze sein Sohn die Arbeit fort, der nicht nur für das Gewölbe eine großartige architektonische Lösung vorschlug, sondern auch für den schönsten Teil der Kirche, die gewaltige Kuppel. Später kam der höchste Glockenturm der Kleinseite hinzu, sodass ein Gebäude entstand, das damals nördlich der Alpen seines Gleichen suchte.

Überwältigender Barockschmuck

Wie sieht wohl die vollkommene Verkörperung barocker Architektur aus? Das werden Sie sehen, sobald Sie in das Innere der Kirche treten. Vor Ihnen eröffnet sich ein prachtvoll ausgeschmückter imposanter Raum. Herrliche Deckenfresken, die zu den größten Europas gehören, umgeben von Skulpturenschmuck und vervollkommnet durch ein raffiniertes Spiel von Licht und Schatten, lassen das einzigartige Schauspiel des Hauptschiffes entstehen. Sehen Sie hier die große Orgel, an der seinerzeit Wolfgang Amadeus Mozart spielte.

Wer findet den neugierigen Mönch?

Um die Entstehung des Deckenfreskos spinnt sich die Legende über den neugierigen Mönch. Der Maler erbat sich nämlich für seine Schöpfung, dass ihn niemand bei der Arbeit beobachten sollte, damit alle sein Werk erst sähen, wenn es ganz vollendet wäre. Einer der Jesuitenmönche war jedoch so neugierig, dass er im Versteck hinter einer Säule den Meister bei der Arbeit beobachtete. Der Maler bemerkte ihn jedoch und verewigte ihn im Deckenfresko als Gestalt, die hinter einer Säule versteckt alles beobachtet. Bei der feierlichen Enthüllung wunderten sich die Jesuiten sehr und der neugierige Mönch hüllte sich verschämt in seinen Mantel. Können Sie ihn entdecken?

Genießen Sie die Aussicht

Sie müssen nicht auf dem Boden bleiben, in der St.-Nikolaus-Kirche können Sie förmlich bis in den Himmel steigen. Es lohnt schon der Aufstieg auf die Galerie, von wo aus Sie das ganze Kirchenschiff überblicken können und eine bessere Sicht auf das Deckenfresko haben. Sie können aber auch auf den Glockenturm steigen. Wenn Sie die Mühen nicht scheuen, können Sie von hier aus auf die Kleinseitner Dächer und Türme und auf die Karlsbrücke blicken.

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