Neustadt

3. 6. 2014

Wissen Sie, dass wenn im Jahre 1348 der tschechische König Karl IV. in Prag die Neustadt gegründet hat, entstand die größte Baustelle des mittelalterlichen Europas?

Karl IV. hatte mit der Neustadt sehr ernste Absichten. Davon zeugt die Sorge, die er dem neu gegründeten Prager Stadtteil gewidmete. Indem Hradschin, Altstadt und Kleinseite übervölkert und fast bis zu dem letzten Quadratmeter bebaut wurden, in der Neustadt hat sich den Menschen neue Lebensperspektive geöffnet.

Beliebte mittelalterliche Symbolik

Im Gebiet, das mit 3,5 km langen Stadtmauern begrenzt ist und größer als alle drei älteren Stadtteile zusammen ist, ließ der Herrscher drei Marktplätze, d.h. den heutigen Karlsplatz, Wenzelsplatz und Heuwaagsplatz (Senovážné náměstí), und ein sorgfältig geplantes Straßennetz markieren. Der Kaiser hatte ähnlich wie im Falle der Karlsbrücke Vorliebe für Symbolik, und somit bildeten (und bis heute bilden) auch die Sakralbauten der Neustadt ein imaginäres Kreuz. An Enden der längeren Arme stehen das Kloster St. Katharina (Kostel sv. Kateřiny) und die Kirche zur Jungfrau Maria am Slup (Kostel Panny Marie Na Slupi), wobei sich die Linie bis zur Basilika auf dem Vyšehrad verlängern kann. Der Querarm stellt die Linien zwischen der Klosterkirche bei den Slawen (Klášter Na Slovanech) und der Kirche der Jungfrau Maria und des hl. Karl dem Großen (Kostel Panny Marie a sv. Karla Velikého) in Karlshof. Beide Linien schneiden sich bei der St.-Apollinaris-Kirche (Kostel sv. Apolináře). Konnte der fromme Herrscher eine bessere Art finden, wie der Neustadt himmlischen Segen sicherzustellen?

Interessante Winkel der Neustadt

Ohne die Neustadt zu verlassen, können Sie die Insel Slovanský ostrov besuchen, das Nationaltheater bewundern und auf dem Wenzelsplatz (Václavské náměstí) mit dem imposanten Nationalmuseum einen Spaziergang machen. Es lohnt sich auch den altertümlichen Teil Petrská čtvrť, Podskalí unter dem Vyšehrad, oder den Karlsplatz mit dem Neustadtrathaus und dem berühmten Faust-Haus (Faustův dům) zu sehen. Beim Wandern durch die Ufer der Moldau entdecken Sie Tanzendes Haus (Tančící dům), Symbol der Prager modernen Architektur, oder Galerie Mánes mit dem benachbarten Renaissancewasserturm.

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