Das jüdische Viertel in Prag

Die Spanische Synagoge
30. 5. 2014

Entdecken Sie die Geheimnisse des jüdischen Viertels

Kaum eine andere Stadt kann sich mit einem so gut erhaltenen jüdischen Viertel rühmen wie Prag. Sechs Synagogen, das jüdische Rathaus, der geheimnisvolle Friedhof und ein einzigartiger Genius loci – all das und noch viel mehr gibt es im jüdischen Viertel Josefstadt (Josefov) zu entdecken. Anhand der Architektur, Traditionen und Gebräuche wird Ihnen anschaulich das Leben und Schicksal der Prager Juden näher gebracht. Begeben Sie sich auf eine Entdeckungstour durch die bewegte und tragische Geschichte des jüdischen Viertels.

Paradoxerweise ist es Adolf Hitler zu verdanken, dass das Prager jüdische Ghetto noch heute existiert, denn er wollte in Prag ein Museum „einer ausgestorbenen Rasse“ errichten. Deshalb wurden hier zahlreiche Wertgegenstände aus den besetzten Gebieten zusammengetragen, wodurch die größte Sammlung von Gegenständen des Judentums entstand. Heute ist die Josefstadt wieder ein lebendiger Ort mit einer großen jüdischen Gemeinde. Dieser Stadtteil sollte auf keinen Fall beim Besuch der Stadt mit den hundert Türmen fehlen.

Die letzte Ruhestätte des Golem

Am Ende der luxuriösen Straße Pařížská befindet sich das beeindruckende Gebäude der Altneu-Synagoge, die Sie unbedingt besichtigen sollten. Nicht nur, weil es sich um die älteste erhaltene Synagoge Europas handelt, sondern auch, weil ihr Interieur äußerst beeindruckend und geheimnisvoll ist. Einer Legende nach ruht hier der berühmte Golem – der Vorgänger von Frankensteins Monster, der angeblich bärenstark war und deshalb die Aufmerksamkeit vieler Könige und Kaiser erregte.

Sechs Synagogen und unzählige Geschichten

In der Pinkas-Synagoge befindet sich ein Mahnmal für die Opfer des Holocaust. An den Wänden ist nämlich das längste Epitaph der Welt mit den Namen der Opfer der Shoa zu sehen. Die Maisel-Synagoge, die Klausen-Synagoge und insbesondere die Spanische Synagoge mit ihren herrlichen goldenen Verzierungen sind weitere wunderschöne Beispiele jüdischer Architektur. Ganz in der Nähe der Altneu-Synagoge befindet sich auch das jüdische Rathaus mit seinem malerischen Turm, dem Symbol des jüdischen Viertels.

Ein Ort mit einem einzigartigen Zauber

Aufeinander gestapelte geheimnisvolle Grabsteine, Spiele von Licht und Schatten, das stille Rauschen der Äste und jahrtausendealte Geschichten – das ist es, was den alten jüdischen Friedhof ausmacht, der übrigens einer der größten weltweit ist. Wegen Platzmangels und wegen des jüdischen Brauchs, alte Gräber nicht zu entfernen, wurde der Friedhof mehrmals mit Erde aufgeschüttet, um Platz für neue Gräber zu schaffen. An manchen Stellen liegen hier bis zu zwölf Erdschichten übereinander.

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