Burg Pernštejn

Burg Pernštejn
3. 5. 2013

Auf zur Weißen Frau auf Burg Pernštejn

Inmitten der Wälder der Böhmisch-Mährischen Höhe (Českomoravská vrchovina) steht nun schon seit fast 800 Jahren eine der schönsten Burgen Mährens. Entdecken Sie die Geschichte dieses prächtigen Herrschaftssitzes des Adelsgeschlechts der Pernstein, schlendern Sie durch die Gemächer, besteigen Sie den märchenhaften Turm und mit viel Glück begegnen Sie auch der Weißen Frau. Burg Pernštejn ist nicht nur eine der wichtigsten tschechischen Sehenswürdigkeiten, sondern wegen seiner Authentizität auch ein Ort, der bereits vielen Regisseuren aus der ganzen Welt als Kulisse gedient hat.

Eines ist sicher: Diese gotische Burg wurde vom Adelsgeschlecht der Pernstein errichtet. Woher dieses Adelsgeschlecht genau stammt, darüber ist bislang jedoch nur wenig bekannt. Die Herren von Pernstein waren jedenfalls eines der reichsten Adelsgeschlechter Böhmens und ihre Ländereien waren noch größer als die des berühmten südböhmischen Adelsgeschlechts der Rosenberg (Rožmberk). Verschuldung führte jedoch schließlich zum Zerfall ihres Vermögens.

Die uneinnehmbare Königin aller Burgen

Beim Anblick dieser prächtigen Burg begreift man sofort, warum sie nie erobert wurde. Sie verfügt nämlich über ein ausgeklügeltes Schutzsystem, welches bis heute Bewunderung weckt. Vorteilhaft für die Burg war nicht nur ihr strategischer Standort auf einem hohen Felsen, sondern auch die tiefen Burggräben, die Zugbrücken und hohen Burgmauern samt Türmen. Und für den Fall, dass ihr ein Angreifer zu nahe kam, versteckten sich die Burgherren im fünfstöckigen Turm Barborka, der nur über zwei Holzbrücken mit dem Burggelände verbunden war. Und hätte es der Feind dennoch in die Burg geschafft, wäre er spätestens hier an den schmalen Gängen gescheitert, denn durch die hätte kein Ritter in Rüstung gepasst.

Wer hat Angst vor der Weißen Frau?

Wie die meisten tschechischen Burgen bewohnt auch Burg Pernštejn ein geheimnisvolles Wesen: die Weiße Frau, eine einstige Burgzofe. Da sie jedoch sehr eitel war und sich ständig im Spiegel betrachtete, vernachlässigte sie ihre Pflichten. Als sie nicht einmal mehr zur Messe ging, suchte sie ein alter Mönch auf, um mit ihr zu reden. Die Zofe jedoch lachte ihn aus, worüber er so wütend wurde, dass er sie für immer verfluchte. Daher irrt bis heute ein Gespenst in Gestalt einer jungen Frau durch die dunklen Burggänge. Mädchen und Frauen sollten sich übrigens vor allen Spiegeln auf der Burg in Acht nehmen. Es heißt nämlich, dass diejenige, die zu tief in die Spiegel blickt, innerhalb eines Jahres ihre Schönheit verliert.

Und was bietet die Umgebung?

Es empfiehlt sich ein Ausflug zu einer weiteren historischen Perle der Region, die ganz in der Nähe liegt: Žďár nad Sázavou (Saar) mit seiner einzigartigen Kirche des heiligen Johannes von Nepomuk auf Zelená hora. Dieses einzigartige Denkmal, das sich auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste befindet, ist ein faszinierender, mystischer Ort, voller Legenden, der Ihre Fantasie beflügeln wird.

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