Náměšť nad Oslavou

29. 4. 2013

Das Adelsgeschlecht Zierotin ließ umfangreiche Umbauarbeiten der ursprünglichen Burg durchführen, wodurch das heute zu sehende Renaissanceschloss entstand.

Hier traf sich die Crčme de la Crčme des mährischen Adels, um sich die Zeit zu vertreiben oder politische und familiären Pläne zu schmieden. Damals war Mähren ein Land des Wohlstands, der Religionsfreiheit und vermutlich der größten Toleranz in Europa. Die protestantische Gemeinschaft der Böhmischen Brüder hatte hier eine Druckerei, die jedoch im Jahr 1578 in die nahe gelegene Stadt Kralice verlegt wurde. Dort entstand eines der wertvollsten Werke des böhmischen Schrifttums der damaligen Zeit: die Kralitzer Bibel (tschechisch Bible kralická).

Warum sich ein Besuch lohnt

Dieses Schloss war Ende des 18. Jahrhunderts in ganz Europa aufgrund der hier gespielten Musik berühmt. In der großen Schlosskapelle spielten Lehrer und Musiker aus der näheren Umgebung, sowie vor allem Bedienstete des Haugwitzer Adelsgeschlechts – wer kein Instrument spielen konnte, oder nicht gut genug spielte, wurde entlassen. Das Repertoire und die musikalischen Fertigkeiten der Musiker waren ausgezeichnet. Dreimal die Woche fanden Konzerte statt. Auf dem Schloss waren häufi g berühmte Komponisten und Musiker zu Gast. Die musikalische Tradition des Schlosses wird bis heute fortgesetzt.

Besonders sehenswert ist die berühmte Tapisserien-Sammlung bestehend aus 24 riesigen historischen Exponaten, die seit der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert gesammelt wurden.

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