Hořovice

3. 5. 2013

Die Tschechen hatten einst eine originelle Methode, um politische Streitigkeiten zu lösen: Sie stießen unbeliebte Beamte einfach aus den Fenstern der Prager Burg.

Der grausame königliche Statthalter Jaroslav Bořita von Martinitz überlebte auf wundersame Weise einen solchen Fenstersturz. Dem Besitzer des Hořovicer Schlosses, Jan Litvín von Řičany, der den Statthalter eigenhändig aus dem Fenster stieß, erging es jedoch nicht so gut: Er verlor nicht nur sein Schloss an die Martinitzer, sondern auch noch sein gesamtes Eigentum. Dieses Ereignis läutete den Beginn des Dreißigjährigen Krieges ein.

Warum sich ein Besuch lohnt

Dieses Schloss, das kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verstaatlicht wurde, wurde von der Roten Armee, die hier vorübergehend untergebracht war, geplündert. Danach verkam das verwüstete Gebäude, bis es wegen Einsturzgefahr geschlossen werden musste. In den letzten 25 Jahren wurde das Schloss nach und nach restauriert und erhielt so seinen ursprünglichen Glanz zurück. Die neu und prunkvoll eingerichteten Gemächer veranschaulichen die Geschichte des Schlosses. Im Erdgeschoss befindet sich eine einzigartige Ausstellung historischer Spielwerke und Musikautomaten.

Eine umfangreiche Ausstellung zeigt Spielzeuge und Spiele der Kinder der Adeligen – hier gibt es nicht nur alte Theaterpuppen zu sehen, sondern auch Theaterkulissen.

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