Prager Mythen und Legenden

Vyšehrad – die St.-Martin-Rotunde
29. 5. 2014

Mythen und Legenden der magischen Stadt Prag

Kopfsteinpflaster, lange Schatten von leuchtenden Laternen, der mit bunten Blättern spielende Wind und dunkle Umrisse gotischer Kirchen – das ist es, was die Magie der sagenumwobenen Stadt Prag ausmacht, die stolz auf ihre tausendjährige Geschichte zurückblickt. Machen Sie sich auf, um die Geschichten der legendären einstigen Bewohner und die vergessenen Orte zu entdecken, die das einzigartige Flair dieser Stadt an der Moldau ausmachen.

Das mutige, sagenumwobene Pferd Šemík

Um Vyšehrad, den uralten Herrschaftssitz der böhmischen Fürsten, ranken sich schon seit vielen Jahrhunderten Legenden. Hier sollte Horymir enthauptet werden, weil er aus Rache mehrere Siedlungen des Königs in Brand gesteckt hatte und dadurch viele Menschen starben. Der schlaue Horymir jedoch bat darum, noch einen letzten Wunsch erfüllt zu bekommen und wünschte sich einen letzten Ritt auf seinem treuen Pferd Šemík. Das mutige Pferd zögerte nicht lange und sprang mit einem riesigen Satz über die hohen Burgmauern der Burg Vyšehrad und rettete so seinen Herrn.

Ein geheimnisvoller Ort mit teuflischer Atmosphäre

Zu den berühmtesten Prager Legenden gehört jene vom Gelehrten Faust, der einen Pakt mit dem Teufel einging. Dieser versprach Faust 24 Jahre lang zu dienen und ihm jeden Wunsch erfüllen, doch danach sollte er im Gegenzug Fausts Seele bekommen. Als die Frist abgelaufen war, kam der Teufel, holte ihn und durchbrach mit ihm mit voller Wucht die Zimmerdecke auf dem Weg in die Hölle. Bis heute erzählt man, dass genau dieses Loch über viele Jahre im Faust-Haus in der Prager Neustadt zu sehen war. An den Wänden dieses Hauses sind bis heute verschiedene alchemistische Symbole und Fresken, die beispielsweise den mythischen Phönix oder das Sonnensystem darstellen, zu sehen.

Magische Feuer

Wenn Sie durch den romantischen Park auf dem Hügel Petřín (Laurenziberg) spazieren gehen, können Sie sich sicherlich nur schwer vorstellen, dass hier einst ein Opfertisch stand, auf dem heidnische Priester schöne Jungfrauen verbrannten um sie ihren Göttern zu opfern. Unter der Herrschaft von Fürst Boleslav wurde der Opfertisch zerstört und an seiner Stelle die heutige St.-Laurentius-Kirche gebaut. Der Legende nach erscheinen hier auch heute noch die heidnischen Götter als geheimnisvolle Feuer. Aber das ist kein Grund zur Furcht, denn angeblich sollen diese Flammen eine magische Kraft besitzen und sogar Rheuma heilen können.

Wer findet den Schatz?

Machen Sie sich auf die Suche nach einem kostbaren Schatz, der in der schönsten Barockkirche Prags versteckt ist. Angeblich befindet sich der Schlüssel dazu im Gemälde „Der Tod des heiligen Xaverius“ in der St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite. Betrachten Sie dieses Bild ganz genau und vielleicht nehmen Sie doch mehr mit nach Hause, als nur Urlaubserinnerungen... Und das Schicksal des berühmten Tycho Brahe? Der Legende nach starb dieser bedeutende Astronom an Blasenriss durch Harnverhaltung, möglicherweise wegen der Hofetikette, die es den Gästen untersagte, sich vor dem Kaiser von der Tafel zu erheben. Sein Grab in der Teynkirche am Altstädter Ring kann auch heute noch besichtigt werden.

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