Urwälder in Tschechien

Mionší Forest
22. 5. 2014

Urwälder: schmale Pfade, Wander-Lehrpfade und Erlebnisse in der Wildnis!

In tschechischen Urwäldern brauchen Sie keine Angst zu haben! Anstatt Palmen und exotischer Bäume entdecken Sie hier Fichten, Tannen, Buchen, Ahorne und Ulmen, anstatt wilder Raubtiere erblicken Sie bekannte Bergwiese- und Waldbewohner. Und vor allem gewinnen Sie eine Vorstellung, wie die Wälder in Mitteleuropa vor Tausenden Jahren aussahen. 

Der bekannteste: Boubínský prales (Kubany-Urwald)

Liegt im Böhmerwald, am südöstlichen Fuße des Berges Boubín. Den Kernbereich des Urwalds stellt der besterhaltene Rest der ursprünglichen ausgedehnten böhmerwaldischen Bergwälder, der sogenannten Grenzwaldung dar. Der Urwald wurde 1858 unter Schutz gestellt, manche Fichten, Tannen, Buchen und Ahorne sind jedoch 300 bis 400 Jahre alt.

Was Ihnen nicht entgehen sollte: Rund um den Urwald führt der Naturlehrpfad, auf dem Gipfel des Berges Boubín steht ein Aussichtsturm mit wunderschönem Rundblick.

Der älteste: Žofínský prales (Sophien-Urwald) und Hojná voda

Die ersten europäischen Naturreservate, Urwälder Hojná voda und Žofínský prales, erstrecken sich im Süden Tschechiens im Gratzener Bergland. Sie wurden bereits 1838 von dem Besitzer der Herrschaft Nové Hrady, dem Graf Georg Franz August von Buquoy, gegründet. Der Urwald Žofínský prales ist ähnlich wie der böhmerwaldische Urwald Boubín umzäunt, der kleinere Urwald Hojná voda ist frei zugänglich.

Was Ihnen nicht entgehen sollte: Unweit von dem Urwald Žofínský prales entdecken Sie Jagdschlösschen Žofín mit Pension und Restaurant, einen beliebten Ort aller müden Ausflügler.

Der meist abgelegene: Urwald Mionší

In dichten Wäldern in der Nähe der tschechisch-polnischen Grenze können Sie seit Juni bis September den Urwald Mionší besuchen. Der umfangreichste Komplex des natürlichen Buchen-Tannenbewuchses ist der letzte Teil der ursprünglichen Mischwälder der Beskiden. Zum Urwald führt steil steigender Weg aus dem Dorf Dolní Lomná, rund um den Urwald und teilweise auch durch den Urwald selbst führt ein Lehrpfad durch.

Was Ihnen nicht entgehen sollte: Der Pfad führt auf den schmalen Jagdstegen, deshalb ist er weder für Kinderwagen, noch für Personen mit erschwerter Bewegungsfähigkeit geeignet.

Der höchstgelegene: Dvorský les (Hofelbusch) im Riesengebirge

Wie die Wälder im Riesengebirge aussahen, bevor Menschen ins Gebirge gekommen sind, werden Sie im Dvorský les sehen. Es ist ein alter Buchenwald auf dem Bergkamm Rýchory (Rehorngebirge) (1 033 Meter über dem Meeresspiegel), welcher den stürmischen Winden und dem rauhen Bergklima ausgestellt ist. Durch den Urwald führt ein Lehrpfad durch, der bei der Hütte Rýchorská bouda beginnt.

Was Ihnen nicht entgehen sollte: Zum Urwald führen mehrere markierte Wege, am besten kommen Sie hierher aus Horní Maršov oder aus Žacléř.

Der meist versteckte: Bergurwald Razula

Klein flächenmäßig und von weitem nicht so viel bekannt wie die älteren und größeren Urwaldkollegen ist Tannen-Buchenurwald, der sich im Javorník-Gebirge am Ende des Tales Malá Hanzlůvka ausdehnt. Es zielen hier Wege aus der Ortschaft Lésková, welche den Bestandteil von Velké Karlovice bildet, direkt in den Urwald oder um den Urwald geht jedoch keine Strecke durch.

Was Ihnen nicht entgehen sollte: Den Urwaldnamen hat das nahegelegene Skigebiet übernommen.

Der steilste: Erlebnisweg „Der Geist des Urwalds“

Ein der Erlebniswege für die Besucher des Böhmerwaldes beginnt bei der Sperre von Plešné jezero (Plöckensteinsee) und endet um einige Hundert Meter höher, beim Denkmal des Schriftsteller A. Stifter hoch in der Seewand. Der Pfad macht Sie mit dem Wald in der Gestalt bekannt, in welcher ihn unsere Vorväter kannten. Der Pfad ist nicht lang, der ausgewählten Route nach wartet auf Sie jedoch ein steiler und anstrengender Auf- oder Abstieg.

Was Ihnen nicht entgehen sollte: Der Pfad schlängelt sich entlang des Berghanges Plechý (Plöckenstein) (1 378 m), des höchsten Gipfels von dem tschechischen Böhmerwaldteil.

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