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D
as
jüdische
P
rag
D
as
spirituelle
P
rag
Bereits im 11. Jahrhundert ließen sich die ersten Juden in Prag nieder. Die
wunderschönen, alten Synagogen in der Josefstadt (Josefov) lassen keine Zweifel
daran, dass Prag schon immer ein wichtiges Zentrum der mitteleuropäischen
jüdischen Gemeinde, sowie des spirituellen und gesellschaftlichen Lebens war.
Vor fast 500 Jahren ließ der wohlhabende
Primas der jüdischen Gemeinde, Mordechai
Maisel, die
Maisel-Synagoge
(1) sowie die
größte Synagoge des jüdischen Viertels, die
Klausen-Synagoge
(5), erbauen.
In der
Pinkas-Synagoge
(2) erwartet den
Besucher eine ungewöhnliche Ausstellung:
Hier sind über viertausend Zeichnungen
jüdischer Kinder zu sehen, die von den
Nazis im Konzentrationslager Theresienstadt
(Nordböhmen) inhaftiert und ermordet wurden.
Die Wände der Synagoge sind mit 80.000
Namen tschechischer Juden beschriftet, die von
den Nazis umgebracht wurden.
Auf dem
Alten Jüdischen Friedhof
(3) sind
etwa 12.000 Grabsteine zu sehen, darunter
auch jener des berühmten Rabbi Löw, der einer
Legende nach den Golem aus Lehm gebildet
haben soll.
Das Gebäude der ehemaligen
Zeremonienhalle
(4) und Leichenhalle
wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im
romanischen Stil errichtet und dient heute als
Ausstellungsraum.
Die schönste und älteste Synagoge ist die
Altneu-Synagoge
(6) mit ihren prächtigen
Ziegel-Giebeln. Hier ruht der Legende nach der
berühmte Golem.
Die wunderschöne
Spanische Synagoge
(7)
befindet sich dort, wo sich einst die aus
Spanien stammenden Juden niederließen, die
im 15. Jahrhundert von Königin Isabella von
Kastilien vertrieben wurden.
T I PP
Man sagt,
Franz Kafka,
der berühmte
Sohn der Stadt, hätte nirgendwo
sonst außer in Prag seine Werke„Die
Verwandlung“,„Das Schloss“ und„Der
Prozess“ verfassen können. Trinken Sie
einen Kaffee im berühmten Kaffeehaus
„Louvre“ in der Národní třída 22, das Kafka
gerne besuchte und wo auch der Physiker
Albert Einstein
bei seinen Prag-Besuchen
einkehrte. Besonders schön ist auch das
Café„Slavia“. Hier verkehrte nicht nur Franz
Kafka, sondern einige Jahre später auch der
Schriftsteller
Milan Kundera
.
Wer einen geheimen Wunsch hat, kann
ihn auf einen Zettel schreiben und auf den
Grabstein von Rabbi Löw
legen – der
Wunsch wird mit Sicherheit in Erfüllung
gehen. Sogar Michelle Obama hat es bei
ihrem Prag-Besuch ausprobiert.
Stadtführung durch Prag
Jahrhundertelang war Prag der Schnittpunkt der christlichen und jüdischen Kultur.
Die stummen Zeugen des vielfältigen spirituellen Lebens der Stadt kann man heute
noch besichtigen: Dutzende Kirchen und Synagogen aus den verschiedensten
Epochen, die von der Romanik bis zur Neuzeit reichen.
T I PP
In der Maria-vom-Siege-Kirche (Kostel Panny Marie Vítězné) sind die
Kleider
ausgestellt, mit denen die Karmeliterinnen das Prager Jesulein entsprechend
des jeweiligen Festtags des Kirchenkalenders einkleiden.
Im Mai befahren venezianische Gondeln und historische Schiffe mit
Musikern an Bord die Moldau: Beim traditionellen Fest
Svatojánské
navalis
, einem herrlichen Lichter- und Musikfest zu Ehren des hl. Johannes
Nepomuk, das mit einem Feuerwerk ausklingt.
Eine wichtige Wallfahrtsstätte in Prag ist das
Loreto
mit seinem Santa
Casa-Heiligtum und der Christi-Geburt-Kirche (Kostel Narození Páně).
Lauschen Sie dem herrlichen Glockenspiel, das zu jeder vollen Stunde
ertönt. Besonders bemerkenswert ist der Loreto-Schatz und dessen
wertvollster Gegenstand: eine mit 6222 Diamanten besetzte Monstranz.
In die Maria-vom-Siege-Kirche (Kostel Panny Marie Vítězné) in der
Karmelitská 9 kommen scharenweise Pilger aus der ganzen Welt, um
zum
Prager Jesulein
(Pražské Jezulátko) zu beten, es um Schutz,
Fürbitte, Heilung oder Hilfe bei der Empfängnis zu bitten. Diese 47cm
kleine Jesus-Statue stammt aus Spanien.
Der Alte Jüdische Friedhof
Statue des hl. Johannes Nepomuk auf der Karlsbrücke
Das Prager Jesulein
Franz-Kafka-Statue vor der Spanischen Synagoge
Prag auf den Spuren von
Franz Kafka
Welche Orte
besuchte der Schriftsteller am
liebsten, wo wohnte er und was
waren Kafkas größte Sehnsüchte?
Das Jüdische Prag.
Wie sah
das alte jüdische Ghetto aus?
Sie erfahren Interessantes über
das Schicksal desViertels, seiner
Bewohner und berühmter
Persönlichkeiten.
T
schechische
H
eilige
Am bekanntesten ist der
hl. Johannes Nepomuk
(sv. Jan Nepomucký)
, einer der Schutzpatrone des
tschechischen Volkes. Er starb als Märtyrer und sein
Leichnam wurde 1393 von der Karlsbrücke in die
Moldau geworfen. Im ganzen Land sind Statuen des
hl. Johannes Nepomuk zu sehen. Man erkennt ihn an
den fünf Sternen, die über seinem Haupt kreisen.
Der wichtigste Schutzpatron des Landes, der auch
zu den Symbolen der tschechischen Staatlichkeit
gezählt wird, ist der böhmische Fürst und
hl. Wenzel
(sv. Václav).
Im oberen Teil des Wenzelsplatzes
(Václavské náměstí) befindet sich ihm zu Ehren eine
riesige Reiterstatue.
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