92 Burgen und Schlösser
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Zvíkov
Warum sich ein Besuch lohnt
Der Mittelpunkt der Befestigungsanlage
dieser Burg ist ein massiver Wohnturm,
der sehr außergewöhnlich aussieht.
Seine 3 m dicken Mauern aus schwarzen
Steinquadern sind durch eine spitze
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die Geschosse der Angreifer in einem
steilen Winkel auf die Schneide und
wurden dadurch abgewehrt ohne die Burg
zu beschädigen. Die Burg war nie erobert
worden, weder imMittelalter noch im
Dreißigjährigen Krieg. Manche behaupten,
dass dies an den geheimnisvollen
Schutzsymbolen liegt, die in die elf
untersten Steinreihen des Turmes
gemeißelt sind. Obwohl diese Zeichen
tatsächlich an eine Runenschrift erinnern,
behaupten Historiker, dass es sich hierbei
um Zeichen der Steinmetze handelt. Aber
wer weiß das schon so genau...
Aus der Geschichte
Dieser Adelssitz der ersten
böhmischen Könige, der sich auf einem
strategisch wichtigen Handelsweg
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seine Besitzer. Ihre Blütezeit erlebte
die Burg im 14. Jahrhundert unter der
Herrschaft des beliebten Karl IV. Er ließ
sie umfassend renovieren und hielt sich
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hier sogar die böhmischen Kronjuwelen
auf. Das Ende der ruhmreichen
Geschichte dieser Burg läutete die im
20. Jahrhundert errichtete Talsperre
ein, denn dadurch wurden der hohen
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Bei der Besichtigung des Burghofs,
der Terrassen, der Kellerräume
sowie des königlichen Palastes
taucht man voll und ganz in die hier
greifbare romantische mittelalterliche
Atmosphäre ein. Der schönste Ort der
Burg ist die im 13. Jahrhundert erbaute
Kapelle. Sie wurde zu Ehren des Königs
Ottokar P#emysl II., genannt der
Goldene König, errichtet.
I–XII täglich. Königlicher Palast:
V–IX Dienstag–Sonntag,
IV und X an Wochenenden
und Feiertagen.
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nadSázavou
Warum sich ein Besuch lohnt
Der aufklärerische Kunstliebhaber,
Abt Václav Vejmluva entwarf
gemeinsam mit dem herausragenden
Architekten Johann Blasius Santini-
Aichl einen der bemerkenswertesten
kirchlichen Sitze des beginnenden
18. Jahrhunderts. Das Kloster mit seiner
perfekt funktionierenden Wirtschaft war
so prunkvoll, dass sogar der Pferdestall
genauso luxuriös ausgestattet war wie
die Säle der Prälatur. Das gesamte
Areal, die mystische Wallfahrtskirche
des Hl. Johannes Nepomuk sowie
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Schmuckstück, das in einem originellen
Kunststil erschaffen worden ist: im Stil
der Barockgotik.
Aus der Geschichte
Im 13. Jahrhundert kam eine kleine
Gruppe Zisterziensermönche hierher
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Sázava ein Holzhaus. Nach und
nach errichteten sie hier mit bloßen
Händen ihr bescheidenes Kloster.
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beeindruckende Umbau im barocken
Stil zu den teuersten Projekten der
damaligen Zeit. 1735 schließlich feierte
man den Abschluss der dreißig Jahre
dauernden Bauarbeiten. Nur zwei Jahre
später jedoch brannte das Kloster ab
und ein Jahr darauf starb auch Abt
Vejmluva. Ende des 18. Jahrhunderts
wurde das Kloster schließlich von Kaiser
Josef II. geschlossen und das Gebäude
zu einem Schloss umgebaut.
Die tatkräftigen Schlossbesitzer
aus dem traditionsreichen
Adelsgeschlecht der Kinsk( ö$neten
die Tore des Schlosses, das einst ein
Kloster war, für die Ö$entlichkeit.
Heute befinden sich in den
wunderschönen Schlossgemächern
verschiedene Dauerausstellungen,
z. B. eine Ausstellung über die
Geschichte des Buches und des
Buchdrucks, eine Ausstellung über die
Kunst des Barocks mit Sammlungen
der Nationalgalerie und der Kinsk(-
Galerie, eine Ausstellung historischer
Klaviere, eine Ausstellung über das
Leben des Architekten Santini-Aichl,
sowie ein Feuerwehr-Museum.
V–IX Dienstag–Sonntag,
IV und X an Wochenenden und
Feiertagen, XI–III an Werktagen.
Zámek 11
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1...,72-73,74-75,76-77,78-79,80-81,82-83,84-85,86-87,88-89,90-91 94-95,96-97,98-99,100-101,102