84 Burgen und Schlösser
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Warum sich ein Besuch lohnt
Wilhelm von Rosenberg lud zwar über
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ein, darunter auch die berühmten
Dr. John Dee und Edward Kelley, aber
keiner von ihnen schaffte es, einen
Zaubertrank zu brauen, der ihm einen
Nachkommen beschert hätte. Er starb
schließlich kinderlos und sein riesiges
Herrschaftsgut, ebenso wie seine
Schulden, erbte sein jüngerer Bruder
Peter Wok von Rosenberg. Dieser
verkaufte nach und nach einige der
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um und ließ sie im Renaissancestil
umbauen. Hier konnte er nun seine
einzigartigen Archive und Sammlungen
unterbringen, die sich im Hinblick auf
ihren Umfang und ihre Kostbarkeit
mit jenen von Kaiser Rudolf II. auf der
Prager Burg messen konnten.
Aus der Geschichte
Auch Peter Wok, ein gebildeter und
charmanter Kunstliebhaber, starb
kinderlos im Jahr 1611. Mit ihm starb
das 400 Jahre alte Geschlecht der
Rosenberger imMannesstamm aus. An
ihre Bedeutung für Südböhmen erinnern
heute vor allem die vielen Zuchtteiche,
die zu einem Großteil zum Vermögen
des Adelsgeschlechts beitrugen und der
Landschaft einen besonderen Zauber
verleihen.
Tipp: Im englischen Garten amUfer
des riesigen Sees Sv!t befindet sich
eine besondere steinerne Gruft mit 26
Särgen, in denen die Ahnen aus dem
Adelsgeschlecht der Schwarzenberg
bestattet sind. Aufgrund ihrer
hervorragenden Akustik wird sie für
Konzertveranstaltungen genutzt.
Die Renaissance-Gemächer der
Herren von Rosenberg sowie die
Stuben der Höflinge und Hofdamen
vermitteln einen Eindruck vom Leben
auf den Burgen und Schlössern der
damaligen Zeit. Man bekommt so
zum Beispiel einen Einblick in die
Kunst des vornehmen Speisens.
In den Ferien kann man auch den
Pferdestall, die Küche für die Hunde
und die unterirdischen Kasematten,
die später zu einem Weinkeller
umfunktioniert wurden, besichtigen.
Es bietet sich auch ein Spaziergang
durch die prunkvoll ausgestatteten
privaten Appartements der
letzten Schlossbesitzer, der
Schwarzenbergs, an.
IV–X Dienstag–Sonntag.
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Valtice
Warum sich ein Besuch lohnt
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Tschechischen Republik ließ das mächtige
und reiche Adelsgeschlecht der Herren
von Liechtenstein die Sümpfe und Moore
zwischen ihren Schlössern in Valtice und
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Auf dem 185 km großen Grundstück
legten sie anschließend eine künstliche
Landschaft mit Seerosen-Teichen,
schattigen Wäldern, grünen Wiesen und
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und zum Erstaunen der Gäste ergänzten
die renommiertesten Wiener Architekten
die Landschaft auch um einige
bemerkenswerte romantische Gebäude.
Aus der Geschichte
Aus historischer Sicht gehörte
Valtice eher zu Österreich. Seit
demMittelalter bis 1945 gehörte
die Burg dem Adelsgeschlecht der
Herren von Liechtenstein. Im Laufe
der Jahrhunderte bauten die hier
nacheinander herrschenden dreizehn
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der hier untergebrachten Sammlungen
sogar dem kaiserlichen Hofe in Wien des
18. Jahrhunderts in nichts nachstand.
Im Sommer kann man auch die
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
besuchen, z. B. das Jagdschloss
Rendezvous, die antike Kolonnade mit
ihrer herrlichen Aussicht oder die St.
Hubert Kapelle, die dem Schutzpatron
der Jäger geweiht ist. Hier fanden
früher Dankgottesdienste zum Ende
der Jagdsaison statt.
V–X Dienstag–Sonntag,
IV an Wochenenden und Feiertagen.
Im Schloss, das sich mitten in
einem herrlichen Weingebiet befindet,
werden nicht nur Weinproben aus
der schlosseigenen Produktion
organisiert, sondern auch ein Weinfest
(VII). Ende September findet hier ein
Federweißer-Fest statt und Anfang
Oktober ein Weinlese-Fest.
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1...,64-65,66-67,68-69,70-71,72-73,74-75,76-77,78-79,80-81,82-83 86-87,88-89,90-91,92-93,94-95,96-97,98-99,100-101,102