66 Burgen und Schlösser
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Pern%tejn
Warum sich ein Besuch lohnt
Diese beeindruckende Burg scheint
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thront über den grünen Wäldern wie
die geheimnisvolle Burg im „Herr der
Ringe“. Die Erker, die hoch oben wie
angeklebt erscheinen, vergrößern die
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Art und Weise.
Aus der Geschichte
Die Burg trägt den Namen eines
berühmten Adelsgeschlechts, das
eines der reichsten in den böhmischen
Ländern war, und dem die nicht
zurückgezahlten Darlehen an den Kaiser
zum Verhängnis wurden. Dies zwang die
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zu verkaufen. Bis zur Renaissance blieb
die ursprüngliche gotische Gestalt der
Burg aus dem 16. Jahrhundert erhalten.
Die selten bewohnten Gemächer
verwahrlosten zusehends und wurden
auch durch die Vandalen zerstört.
Man erkennt die gotische
Bauweise an den dicken Mauern,
den kleinen Fenstern und dem
beeindruckenden Gewölbe. Auch die
schmalen Wendeltreppen und engen
Gänge mit ihren mittelalterlichen
Inschriften – Zitate von Ovid aber
auch unzüchtige Malereien der
einstigen Wachleute – bezeugen den
gotischen Ursprung der Burg. Völlig
anders sind hingegen die von den
letzten Burgbesitzern eingerichteten
komfortablen Gemächer.
V–IX Dienstag–Sonntag, IV und X
an Wochenenden und Feiertagen.
Státní hrad Pern%tejn
592 62 Nedv!dice
Ploskovice
Warum sich ein Besuch lohnt
Die ehrgeizige Großherzogin von
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Sachsen-Lauenburg, soll für
dieses prunkvolle Barockschloss, das
den Bauten des ausländischen Adels um
nichts nachstand, eine enorme Summe
von über einer Million Gulden gezahlt
haben. Ihr lag sehr viel am Bau dieses
„kleinen Versailles“, weshalb sie den
Bau persönlich beaufsichtigte und alle
Arbeiter jede Woche pünktlich bezahlte.
Um ihre Verschwendungssucht vor
ihrem Ehemann zu verheimlichen,
verbrannte sie zum Schluss alle
Rechnungen, sodass weder Angaben
über das genaue Baujahr noch darüber,
wer der Architekt war, erhalten sind.
Aus der Geschichte
Ende des 15. Jahrhunderts ereignete
sich auf dem Schloss ein Aufstand
der Untertanen, dessen Anführer der
Verteidiger der Unterdrückten, Ritter
Dalibor von Kozojedy, war. Zur Strafe
wurde er als Erster im neuen Verlies
auf der Prager Burg eingesperrt und
hingerichtet. Sein Schicksal wurde
im 19. Jahrhundert, in der Romantik,
wiederbelebt, denn es inspirierte den
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berühmten Oper „Dalibor“, dem Inbegriff
tschechischer Musik.
Die Gemächer erinnern auch heute
noch an die Aufenthalte von Ferdinand
I., Kaiser von Österreich und König
von Böhmen und als Ferdinand V. seit
1830 auch König von Ungarn und
Kroatien. Besonders beeindruckend
sind auch die künstlich angelegten
Wasserhöhlen aus der Barock-Zeit, die
sogenannten Grotten.
V–IX Dienstag–Sonntag, IV und X
an Wochenenden und Feiertagen.
Státní zámek, 411 42 Ploskovice 1
1...,46-47,48-49,50-51,52-53,54-55,56-57,58-59,60-61,62-63,64-65 68-69,70-71,72-73,74-75,76-77,78-79,80-81,82-83,84-85,86-87,...102