26 Sakrale Denkmäler
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Die jüdische Bevölkerung
kam über uralte
Handelswege nach Böhmen
und Mähren. Die ersten
schriftlichen Nachweise
über jüdische Siedler in den
Ländern der böhmischen
Krone stammen aus dem
10. Jahrhundert. Allerdings
ist es sehr wahrscheinlich,
dass hier bereits während
der Römerzeit Juden lebten.
DieWege
des Judentums
Im 13. Jahrhundert wurde den Juden
in Böhmen und Mähren eine ganze
Reihe von Rechten gewährt.
Zur selben Zeit begann der Bau der
Altneu-Synagoge in Prag. Die Städte
Brünn (Brno), Olomouc, Jihlava,
Litoměřice und Příbram wiesen eine
recht große jüdische Gemeinschaft
auf – die meisten lebten jedoch
in segregierten jüdischen Siedlungen,
was sowohl religiöse als auch politische
Gründe hatte, 1848 wurden der
jüdischen Bevölkerung in den Ländern
der böhmischen Krone Freiheitsrechte
gewährt und 19 Jahre später wurden
sie gleichgestellt. Bis zum Jahr 1939
erlebte die jüdische Kultur in Böhmen
und Mähren eine regelrechte Blütezeit
weshalb auch zahlreiche architektonische
und künstlerische Meisterwerke
entstanden.
Prag
In Prag lebte die jüdische Bevölkerung
vorwiegend nahe der Dušní-Straße und
der
Altneu-Synagoge
(Staronová
synagoga). Man nannte die Siedlung
Judenstadt bzw. Jüdisches Ghetto
und zwang die Juden zumWohnen
in diesem abgegrenzten Stadtteil.
Im Jahr 1851 wurde das Viertel an Prag
angegliedert und in Josefstadt (Josefov)
umbenannt.
Bis heute ist die neogotische
Maisel-
Synagoge
(Maiselova Synagoga)
erhalten, die der Primas der jüdischen
Gemeinde Prags, Mordechai Maisel,
zwischen 1590 und 1592 im Renaissance-
Stil errichten ließ. Hier befindet sich
eine Ausstellung über die Geschichte
der böhmischen und mährischen Juden.
In der wunderschönen
Spanischen
Synagoge
(Španělská synagoga)
ist der zweite Teil dieser Ausstellung
zu sehen. Die zweitälteste erhaltene
Synagoge in Prag ist die
Pinkas-
Synagoge
(Pinkasova synagoga),
an deren Wänden fast 80.000 Namen
der Opfer der Shoa zu lesen sind.
An die Synagoge grenzt der
Alte
Jüdische Friedhof
(Starý židovský
hřbitov) an. Der älteste Grabstein dieses
Friedhofs gehört zum Grab von Avigdor
Kara und stammt aus dem Jahr 1439.
Außerdem ist hier auch der berühmte
Rabbi Löw bestattet, der Erschaffer des
sagenumwobenen Golem. Neben dem
Friedhof kann die frühbarocke
Klausen-
Synagoge
(Klausova synagoga)
besichtigt werden.
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Maiselova 18, Praha 1
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Der Alte Jüdische Friedhof
Die Altneu-Synagoge
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