20 Sakrale Denkmäler
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Die Barockkirchen
in der Region Broumovsko
Die Barockkirchen in der Region
Broumovsko an der tschechisch-
polnischen Grenze sind in Europa
absolut einzigartig. Sie wurden innerhalb
von nur wenigen Jahren (von 1709
bis 1743) nach den Plänen von Christoph
und Killian Ignaz Dientzenhofer auf
dem Klostergelände Broumov errichtet.
Aber nicht nur im Kloster Broumov
findet man Barockkirchen vor, sondern
auch in 9 angrenzenden Gemeinden: in
Martínkovice, Vernéřovice, Ruprechtice,
Otovice, Heřmánkovice, Bezděkov,
Vižňov, Šonov und in Božanov.
Am besten entdeckt man die Region
Broumovsko und deren Barockkirchen
vom Fahrradsattel aus. Der südliche
Rundweg startet im Städtchen
Broumov und führt über Šonov, Otovice
und Božanov nach Martínkovice und
anschließend zurück nach Broumov.
Die Gesamtlänge beträgt 22 km.
Kosten Sie das hier gebraute Bier
namens Opat, dessen Geschichte
eng mit der Geschichte des Klosters
Broumov verbunden ist.
Anfahrt: Von Náchod gibt es eine
Zugverbindung über Meziměstí nach
Broumov. Die Fahrt mit demAuto
dauert ab Prag ca. 3 Stunden.
Auf den Spuren
von Santini-Aichl
Dem Baumeister Johann Blasius
Santini-Aichl gelang es, in seinen
Werken dynamische Barockelemente
mit dem gotischen Baustil zu verbinden.
Er erhielt von zahlreichen namhaften
Persönlichkeiten Aufträge, weshalb
seine Werke heute überall im Land
zu sehen und ein nicht wegzudenkender
Bestandteil der tschechischen Kultur
und Landschaft sind.
Zelená Hora
Das berühmteste Werk von Santini-
Aichl ist die
Wallfahrtskirche
des hl. Johannes Nepomuk
(Kostel sv. Jana Nepomuckého),
die über Žďár nad Sázavou thront
und zum UNESCO-Welterbe gehört.
Der Grundriss, der die Form eines
fünfzackigen Sterns hat, symbolisiert
sowohl die fünf Wunden Christi
als auch die fünf Sterne, die erschienen
als Johannes Nepomuk zu Tode
gefoltert wurde. Die Kirche wurde unter
Berücksichtigung der Grundsätze des
mathematischen Symbolismus gebaut
und bildet einen lichtdurchfluteten
Raum voller ausgewogener und fließend
ineinander übergehender Formen.
Santini-Aichl baute bzw. restaurierte
auch die Gebäude des Zisterzien-
serklosters in Žďár: die Mariä-
Himmelfahrts-und-St.-Nikolaus-Kirche
(Kostel Nanebevzetí Panny Marie
a sv. Mikuláše), sowie den Friedhof
Dolní hřbitov, bei dem die Symbolik
der Zahl drei eine tragende Rolle spielt.
Die Mariä Himmelfahrtskirche
in Sedlec
Das monumentale Meisterwerk
im Stadtteil Sedlec von Kutná Hora,
die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt
(Chrám Nanebevzetí Panny Marie),
gehört zum ältesten Zisterzienserkloster
Tschechiens. Im 13. Jahrhundert wurde
hier eine gotische Basilika errichtet,
die während der Hussitenkriege stark
beschädigt wurde. Damals brannte
das Kloster bis auf die Grundmauern
nieder. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts
wurde die Kirche zunächst nach Plänen
von Paul Ignaz Bayer renoviert, später
übernahm der junge Johann Blasius
Santini-Aichl die Arbeiten, der mit nur
25 Jahren bereits ein besseres Gespür
und eine größere Ehrfurcht vor den
gotischen Meisterwerken hatte.
Im 18. Jahrhundert wurde
die Kirche entweiht und Anfang
des 20. Jahrhunderts war hier sogar
eine Tabakfabrik untergebracht.
Das Kloster Kladruby
Santini-Aichl wurde auch von anderen
Abteien angefragt und baute zusammen
mit Killian Ignaz Dientzenhofer
das Benediktinerkloster
in Kladruby.
Das Kloster Plasy
Dieses prächtige Zisterzienserkloster
entstand in der Barockzeit. Dem genialen
Architekten Johann Blasius Santini-Aichl
gelang es, mithilfe einer Konstruktion
aus Eichenholz den äußerst feuchten
Baugrund zu bebauen. Das ehemalige
Kloster besticht durch die wunderschöne
Barock-Kirche, sowie seine Bibliothek
und Kapelle.
Das Hospital Kuks ist sozusagen
eine „Insel der Barockkunst“
in Ostböhmen. Das gesamte Gelände
wurde mit wertvollen Skulpturen
verziert, von welchen manche
in den umliegenden Wäldern stehen.
Der Dom in Sedlec
Kuks
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